Suchbegriff: corneille_luegner
Treffer: 8

1 - Betrachtungen über das weinerlich Komische /

Lügner

2 - Betrachtungen über das weinerlich Komische /

Lügner

3 - Von den Trauerspielen /

Man muß die Handlungen da geschehen lassen, wosie am leichtesten und am anständigsten geschehen können, man sie auch in einem gehörigen Zeitraume vorsich gehen lassen, ohne sie außerordentlich zusammenzu pressen, wenn es nicht die Nothwendigkeit, sie aneinem Orte und in einem Tage vorzustellen, dazuzwinget. Ich habe schon in der ersten Abhandlunggesagt, daß wir oft, die Einigkeit des Orts zu erhalten, Personen auf einem öffentlichen Platze reden lassen, die sich wahrscheinlicher Weise in ihren Zimmern unterhalten würden, und ich bin versichert, wenn man das, was ich im Cid, oder Polyeukt, oder im Pom pejus, oder im Lügner habe vorgehen lassen, in einem Roman erzählte, so würde man ihm gewiß mehr Zeit zur Währung als einen Tag geben. Der Gehorsam, den wir den Regeln von der Einheit der Zeitund des Orts schuldig sind, spricht uns von dem Wahrscheinlichen los, ob er uns gleich nicht das Unmöglicheerlaubt. Doch wir verfallen nicht allezeit in dieseNothwendigkeit, und in dem Kammermägdchen, im Cinna, im Theodor, im Nikomed habe ich esnicht nöthig gehabt, mich in Ansehung der Zeit von dem Wahrscheinlichen zu entfernen, wie ich es in andern Stücken habe thun müssen.


4 - Von den Trauerspielen /

Lügners

5 - Von den Trauerspielen /

Ich halte also dafür, daß man diese Einheit so genau als möglich beobachten müsse; weil sie sich abermit allen Materien nicht verträgt, so ist es zu derEinheit des Orts schon genug, wenn die Handlungnur in einer Stadt geschieht. Ich will damit nichtsagen, daß die Bühne die ganze Stadt vorstellen solle, das würde allzu ausschweifend seyn, sondern nur zwey oder drey Orte, die innerhalb ihren Mauren sind. So ist die Bühne im Cinna beständig in Rom, bald aber ist sie in dem Zimmer des Au gustus, und bald im Hause der Aemilia. Im Lügnerist der Ort bald die Tuilleries, bald der königlichePlatz, beständig aber in Paris: in der Fortsetzungdieses Stücks, das Gefängniß oder die Wohnung der Melisse, beydes in Lyon. Im Cid kommen noch mehr besondre Orte vor, alle aber sind in Seville; und weil die Verbindung der Auftritte darinne nicht beobachtet ist, so stellet die Bühne im ersten Aufzuge die Wohnung der Chimene, das Zimmer der Infantinn im königlichen Pallaste, und einen öffentlichen Markt vor. Im andern Aufzuge kömmtnoch das Kabinet des Königs darzu, und ich habe 570 II. P. Corneille dritte Abhandlung, diese Freyheit hier ohne Zweifel gemisbraucht. Damit diese Verschiedenheit der Bühne, wenn sie nothwendig ist, ein wenig regelmäßig sey, so wollte ich zwey Stücke dabey beobachtet wissen. Erstlich, daß man die Bühne nicht in einem, sondern in verschiednen Aufzügen ändre, so wie ich es in den drey ersten Auf zügen des Cinna gethan habe; zum andern, daß die verschiednen Orte nicht verschiedne Verzierungen brauchten, und daß keiner von ihnen genennt würde, sondern daß man nur immer den Hauptort nenne, der alle in sich schließt, zum Exempel Paris, Rom,Lyon, Constantinopel etc. dadurch würde man denZuhörer leichter betriegen können, indem er die Verschiedenheit des Orts nicht bemerkt, wenn er sie nichtaus Tadelsucht selbst ausforscht, wozu aber die wenigstenaufgelegt sind; denn die meisten überlassen sich derHitze der Handlung, die sie vorstellen sehen. DasVergnügen das sie dabey finden, ist Ursache, daß siedas Unregelmäßige nicht sehen wollen, und es nichteher bemerken, als wenn sie dazu gezwungen werden, oder wenn es allzu sichtlich ist, wie in dem Lügnerund desselben Verfolge, wo man aus den verschiedenen Verzierungen die Verschiedenheit des Orts schließen muß, man mag wollen oder nicht.


6 - Von den Trauerspielen /

Ich halte also dafür, daß man diese Einheit so genau als möglich beobachten müsse; weil sie sich abermit allen Materien nicht verträgt, so ist es zu derEinheit des Orts schon genug, wenn die Handlungnur in einer Stadt geschieht. Ich will damit nichtsagen, daß die Bühne die ganze Stadt vorstellen solle, das würde allzu ausschweifend seyn, sondern nur zwey oder drey Orte, die innerhalb ihren Mauren sind. So ist die Bühne im Cinna beständig in Rom, bald aber ist sie in dem Zimmer des Au gustus, und bald im Hause der Aemilia. Im Lügnerist der Ort bald die Tuilleries, bald der königlichePlatz, beständig aber in Paris: in der Fortsetzungdieses Stücks, das Gefängniß oder die Wohnung der Melisse, beydes in Lyon. Im Cid kommen noch mehr besondre Orte vor, alle aber sind in Seville; und weil die Verbindung der Auftritte darinne nicht beobachtet ist, so stellet die Bühne im ersten Aufzuge die Wohnung der Chimene, das Zimmer der Infantinn im königlichen Pallaste, und einen öffentlichen Markt vor. Im andern Aufzuge kömmtnoch das Kabinet des Königs darzu, und ich habe 570 II. P. Corneille dritte Abhandlung, diese Freyheit hier ohne Zweifel gemisbraucht. Damit diese Verschiedenheit der Bühne, wenn sie nothwendig ist, ein wenig regelmäßig sey, so wollte ich zwey Stücke dabey beobachtet wissen. Erstlich, daß man die Bühne nicht in einem, sondern in verschiednen Aufzügen ändre, so wie ich es in den drey ersten Auf zügen des Cinna gethan habe; zum andern, daß die verschiednen Orte nicht verschiedne Verzierungen brauchten, und daß keiner von ihnen genennt würde, sondern daß man nur immer den Hauptort nenne, der alle in sich schließt, zum Exempel Paris, Rom,Lyon, Constantinopel etc. dadurch würde man denZuhörer leichter betriegen können, indem er die Verschiedenheit des Orts nicht bemerkt, wenn er sie nichtaus Tadelsucht selbst ausforscht, wozu aber die wenigstenaufgelegt sind; denn die meisten überlassen sich derHitze der Handlung, die sie vorstellen sehen. DasVergnügen das sie dabey finden, ist Ursache, daß siedas Unregelmäßige nicht sehen wollen, und es nichteher bemerken, als wenn sie dazu gezwungen werden, oder wenn es allzu sichtlich ist, wie in dem Lügnerund desselben Verfolge, wo man aus den verschiedenen Verzierungen die Verschiedenheit des Orts schließen muß, man mag wollen oder nicht.


7 - An Essay on Dramatick Poesy /

The Liar,

8 - Von Johann Dryden und dessen dramatischen Werken /

Lügner