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1 - Des Abts du Bos Ausschweifung von den theatralischen Vorstellungen der Alten /

Wir sehen, daß die Alten einerley Personenohne Unterschied, Tänzer und Gebehrdenmacher nennen, weil die Saltation die Gattung, und die Kunst der Gebehrden die Artwar. Der Redner Hortensius, der Zeitgenosseund Nebenbuhler des Cicero, war in seinenManieren und in seinem ganzen Betragendas, was die Franzosenprecieux zu nennen pflegen. Man sagte von ihm, er wäre, nachdemer lange ein Komödiant gewesen, endlich aucheine Komödiantin, eine Gebehrdenmacherin geworden, und man pflegte ihn deswegen nurDyonisia zu nennen. Dieses war der Name einer berühmten Tänzerin, setzt A. Gellius, welcher dieses erzehlt, hinzu. Torquatus non jamHistrionem esse Hortensium diceret, sed gesticulariam, Dyonisiamque eum notissimæ saltatriculæ nomine appellerat. (*) Man nennteaber auch die Action des Komödianten ein Gebehrdenmachen, wie man aus dem sehen kann, was von dem Dichter Andronicus erzehlet worden. Man sagte also nicht allein tanzen, an(*) A. Gellius Noct. Att. lib. I. cap. 9.von den theatr. Vorstell. der Alten.statt Gebehrden machen, sondern man sagte auchtanzen, anstatt Komödie spielen. Saltare &gestum agere wurde so völlig eines für das andregenommen, daß man sagte ein dramatisches Stücktanzen, wenn man sagen wollte, es auf demTheater recitiren, und dieses nicht bloß bey denVorstellungen der Pantomimen, welche, ohneden Mund aufzuthun, spielten, wie wir hernachzeigen werden, sondern auch bey den gewöhnlichen Vorstellungen der Tragödien und Komödien,wo die Recitation der Verse einen Theil derAusführung ausmachte.