Suchbegriff: nero_c
Treffer: 198

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Als dieses zu Benevent vorgieng, verwüstete Hannibal die ganze umliegende Gegendvon Neapolis, und schlug endlich sein Lagernicht weit von Nola auf. Als der Consul und was sich unter ihnen zugetragen. 289Marcellus seine Annäherung vernahm, bed. 538. J. n. R. E. d. 214. J. v. C. G.fahl er dem Proprätor Pomponius mit derArmee, welche bey Suessula ihr Lager gehabthatte, zu ihm zu stossen, und machte sich alsobald gefaßt dem Hannibal entgegen zu gehen, und mit ihm zu schlagen. Er ließ den Claudius Nero, bey nächtlicher Stille, mit einem Ausschusse von der Reuterey, durch dasvon den Feinden entfernteste Thor aus, undbefahl ihm einen grossen Umschweiff zu nehmen, und sich nach und nach ungesehen demLager der Carthaginenser zu nähern, damiter ihnen plötzlich, sobald das Treffen ange gangen sey, in Rücken fallen könne. Nerokam diesen Befehlen nicht nach, entwederweil er sich von dem Wege verirret hatte,oder weil die Zeit darzu zu kurz war. DasTreffen gieng ohne ihm vor sich, gleichwohlerhielten die Römer die Oberhand, ob siegleich, weil sie von der Reuterey nicht unterstützt wurden, ihr Vorhaben nicht so ausführen konnten, wie sie es gewünscht hatten.Marcellus wagte es nicht die Feinde auf derFlucht zu verfolgen, und ließ seine Soldaten,ob sie gleich Sieger waren, zurück ziehen.Unterdessen verlohr Hannibal doch an diesem Tage mehr als zweytausend Mann. >Marcellus verlohr nicht mehr als vierhundert. Bey Untergang der Sonne langte Nerowieder an, nachdem er Tag und NachtMann und Pferd vergebens abgemattet, undden Feind nicht einmal gesehen hatte. Es istwas sehr verdrüßliches für einen geschickten 290 Q. F. Maximus, u. M. Claud. Marcellus, Cons.d. 538. J. n. R. E. d. 214. J. v. C. G. General, wenn er etwas wichtiges vorhat,und wenn er sein Unternehmen durch die Unvorsichtigkeit oder Ungeschicklichkeit desjenigen, dem er die Ausführung anvertrauet hatte, zu Schanden gemacht sieht. Der Con sul gab auch dem Nero einen lebhafften Verweiß, und warf ihm vor, es hätte nur anihm gelegen, daß man dem Hannibal dasUnglück bey Cannä nicht wieder vergoltenhätte. Den Morgen drauf stellte Marcellusabermals seine Trupen in Schlachtordnung,Hannibal aber kam nicht aus seinem Lager,und gestand also stillschweigend, daß er überwunden sey. Den dritten Tag zog er sichbey der Nacht zurück, gab die Hoffnung Nola zu erobern, die er sich so offt vergebens gemacht hatte, auf, und gieng auf Tarent los,wo er beßres Glück zu finden hoffte.


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Als dieses zu Benevent vorgieng, verwüstete Hannibal die ganze umliegende Gegendvon Neapolis, und schlug endlich sein Lagernicht weit von Nola auf. Als der Consul und was sich unter ihnen zugetragen. 289Marcellus seine Annäherung vernahm, bed. 538. J. n. R. E. d. 214. J. v. C. G.fahl er dem Proprätor Pomponius mit derArmee, welche bey Suessula ihr Lager gehabthatte, zu ihm zu stossen, und machte sich alsobald gefaßt dem Hannibal entgegen zu gehen, und mit ihm zu schlagen. Er ließ den Claudius Nero, bey nächtlicher Stille, mit einem Ausschusse von der Reuterey, durch dasvon den Feinden entfernteste Thor aus, undbefahl ihm einen grossen Umschweiff zu nehmen, und sich nach und nach ungesehen demLager der Carthaginenser zu nähern, damiter ihnen plötzlich, sobald das Treffen ange gangen sey, in Rücken fallen könne. Nerokam diesen Befehlen nicht nach, entwederweil er sich von dem Wege verirret hatte,oder weil die Zeit darzu zu kurz war. DasTreffen gieng ohne ihm vor sich, gleichwohlerhielten die Römer die Oberhand, ob siegleich, weil sie von der Reuterey nicht unterstützt wurden, ihr Vorhaben nicht so ausführen konnten, wie sie es gewünscht hatten.Marcellus wagte es nicht die Feinde auf derFlucht zu verfolgen, und ließ seine Soldaten,ob sie gleich Sieger waren, zurück ziehen.Unterdessen verlohr Hannibal doch an diesem Tage mehr als zweytausend Mann. >Marcellus verlohr nicht mehr als vierhundert. Bey Untergang der Sonne langte Nerowieder an, nachdem er Tag und NachtMann und Pferd vergebens abgemattet, undden Feind nicht einmal gesehen hatte. Es istwas sehr verdrüßliches für einen geschickten 290 Q. F. Maximus, u. M. Claud. Marcellus, Cons.d. 538. J. n. R. E. d. 214. J. v. C. G. General, wenn er etwas wichtiges vorhat,und wenn er sein Unternehmen durch die Unvorsichtigkeit oder Ungeschicklichkeit desjenigen, dem er die Ausführung anvertrauet hatte, zu Schanden gemacht sieht. Der Con sul gab auch dem Nero einen lebhafften Verweiß, und warf ihm vor, es hätte nur anihm gelegen, daß man dem Hannibal dasUnglück bey Cannä nicht wieder vergoltenhätte. Den Morgen drauf stellte Marcellusabermals seine Trupen in Schlachtordnung,Hannibal aber kam nicht aus seinem Lager,und gestand also stillschweigend, daß er überwunden sey. Den dritten Tag zog er sichbey der Nacht zurück, gab die Hoffnung Nola zu erobern, die er sich so offt vergebens gemacht hatte, auf, und gieng auf Tarent los,wo er beßres Glück zu finden hoffte.


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Ein so vollkommenes Verdienst, welchesein so glücklicher und unverhoffter Erfolg be gleitete, hätte billig dem Marcius zu Romgrosses Lob und eine rühmliche Belohnungzuwege bringen sollen. Gleich nach derSchlacht schrieb er an den Rath, und gab und was sich unter ihnen zugetragen. 461 ihm Rechenschafft von allem dem, was vord. 540. J. n. R. E. d. 212. J. v. C. G.gegangen war. Er hatte in seinem Briefeden Titul eines Proprätors angenommen.Als man ihn gelesen hatte, lobte man dengrossen Dienst, welchen er der Republik erwiesen hatte. Dieses ist es alles, was mansagte: Res gestae magnificae Senatui visae.Die meisten aber waren übel darauf zusprechen, daß er in seinem Schreiben den Titul eines Proprätors angenommen hatte, daer weder von dem Rathe, noch von dem Volke, ein Commando zu führen war ernenntworden. „Man befürchtete, es möchte voneiner gefährlichen Folge seyn, wenn die Generale von den Armeen erwählet würden,und wenn die vorzügliche Gerechtigkeit deranzustellenden Wahlen, die nach den Gesetzen durch die Stimmen des Volks undunter der Obsicht der Götter selbst nachihrem durch die Auspicien gegebenen Ausspruch geschehen müsten, den Provinzen undLagern zukommen, und der Unbesonnenheitder Soldaten überlassen werden sollte.“Einige wollten darüber die Meinung desRaths einholen; man hielt aber für besser,diese Berathschlagung bis nach der Abreise der Reuter, die das Schreiben des Marciusüberbracht hatten, zu verschieben. Was dieRecruten und die Lebensmittel, die er verlangte, anbetraf, wurde ihm zur Antwortertheilet, daß der Rath davor Sorge tragen wollte, ihm aber den Titul eines Proprätors in dem Antwortsschreiben zu geben, 462 Q. F. Flaccus, u. A. C. Pulcher, Cons.d. 540. J. n. R. E. d. 212. J. v. C. G. wurde nicht vor gut befunden. Es scheintauch nicht, daß man weiter etwas davon indem Rathe gesprochen habe. Man stelletenachher eine Zusammenkunft an, worinnenman zwar nicht ausdrücklich die Wahl desMarcius über den Hauffen stieß, sie aberdoch in der That dadurch unnütze machte, weil man dem Claudius Nero das Commando in Spanien übertrug.


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ClaudiusNero wird nach Spanien geschickt. Liv.XXVI.17.

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Nachdem Capua, wie oben erinnert worClaudiusNero wird nach Spanien geschickt. Liv.XXVI.17.den, übergegangen war, befahl der Rath dem Claudius Nero an, ihm sechs tausendMann zu Fuß und dreyhundert Reuter ausden beyden Legionen, die er während der Belagerung dieser Stadt commandiret hatte,auszulesen, darzu eine gleiche Anzahl Lateini 468 Cn. F. Centumalus, u. P. S. Galba, Cons.d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v.C. G.scher Infanterie und achthundert Pferde zunehmen, dieses Heer zu Pozzoli zu Schiffe zubringen und damit nach Spanien überzugehen. Da er mit seiner Flotte zu Tarracoangekommen war, sezte er seine Trupen ansLand, und ließ auch die übrigen von denSchiffen mit Gewehr versehen, um seineMacht zu verstärken. Hierauf rückte er bisan das Ufer des Ebroflusses vor, und erhielt von den Händen des T. Fontejus und L. Marcius die Trupen, worüber sie bis zu seiner Ankunft das Commando geführet hatten.


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Hasdrubal, der Sohn des Hamilcars,stund bey den (*) schwarzen Steinen in Ausetania, zwischen Jlliturgis und Mentissa, zwoStädten des heutigen Andalusiens, gelagert. Nero bemächtigte sich des Zuganges zu ei nem engen Passe in dieser Gegend. Hasdrubal, welcher von der feindlichen Armeeeingeschlossen zu werden befürchtete, schicktedeswegen einen Trompeter an ihn, und ließihm in seinem Namen zuversprechen, daß,wenn es ihm frey stünde, sich zu retiriren,er mit allen seinen Trupen Spanien gänzlich verlassen wollte. Nero nahm diesen Vorschlag mit grossen Freuden an. Hierauf ver langte Hasdrubal eine Unterredung auf denfolgenden Tag, in welcher die Römer die Bedingungen, unter denen man ihnen dieSchlösser der Städte einräumen sollte, anzeigen und den Tag bestimmen könnten, an (*) ad lapides nigros.und was sich unter ihnen zugetragen. 469 welchem die Carthaginenser ihre Besatzungend. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.heraus ziehen und alles ihnen angehörige, ohne den Einwohnern einigen Schaden zu zufügen, mit sich nehmen sollten. Kaum hatte Nero seine Einwilligung zu dieser Zusammen kunft gegeben, als Hasdrubal den Seinigenbefahl, die schwersten Kriegsgeräthschafftender Armee gleich bey Untergang der Sonnen,so geschwind als nur möglich, aus den engenWegen herauszuziehen und damit die ganzeNacht fortzufahren. Man hütete sich wohl,nicht eine gar zu grosse Menge Leute in dieser Nacht aus dem Lager ausmarschiren zulassen, indem eine geringe Anzahl viel geschickter war, so wohl den Feind durch ein genaubeobachtetes Stillschweigen hinter das Lichtzu führen, als auch die Retirade, welche nothwendig auf engen und beschwerlichen Fußsteigen geschehen muste, zu erleichtern. Denfolgenden Tag stellten sich beyde bey der verabredeten Unterredung ein: Allein der Carthaginenser, der mit allem Fleiß vieles plauderte, und ein Hauffen unnützes Zeug niederschrieb, brachte den ganzen Tag hin, ohne daß etwas zu Stande kam. Man wurdealso genöthiget, die Sache auf den folgenden Tag auszusetzen. Auch an diesem wurdenichts ausgemacht. Es entstanden immer einige neue Schwierigkeiten, welche einen Aufschub erforderten. Indessen wurden alleNächte auf das vortheilhaffteste angewendet.Ein grosser Theil der Infanterie war schonin Sicherheit, als zu allem Glück gleich bey d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G. Anbruch des dritten Tages ein dicker Nebelden ganzen Paß und das ganze umher liegende Feld bedeckte. Der Carthaginenser batsich unter dem Vorwande eines Festes, anwelchem denen von seiner Nation nicht erlaubet wäre, sich in Geschäfften einzulassen,eine neue Frist aus, und erhielt sie. Hieraufmarschirte er vermittelst der Dunkelheit mitseiner ganzen Reuterey und allen Elephantenaus dem Lager, und gewann, ohne von denFeinden beunruhiget zu werden, einen Posten, wo er von ihrer Seite weiter nichts zubefürchten hatte. Gegen zehn Uhr verzog sichder Nebel, worauf die Römer so wohl dieSonne, als den Betrug der Carthaginenser gewahr wurden. Nero, voller Scham, daßer sich solchergestallt hatte hinter das Lichtführen lassen, machte so gleich Anstallt, sie zu verfolgen. Allein Hasdrubal fand nicht vorgut eine Schlacht zu wagen, sondern ließ esbey einigen leichten Scharmützeln, die keineFolgen hatten, bewenden. Der RömischeGeneral hätte die Carthaginenser besser kennen und wissen sollen, was man unter derPunischen Treu verstünde.


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Hasdrubal, der Sohn des Hamilcars,stund bey den (*) schwarzen Steinen in Ausetania, zwischen Jlliturgis und Mentissa, zwoStädten des heutigen Andalusiens, gelagert. Nero bemächtigte sich des Zuganges zu ei nem engen Passe in dieser Gegend. Hasdrubal, welcher von der feindlichen Armeeeingeschlossen zu werden befürchtete, schicktedeswegen einen Trompeter an ihn, und ließihm in seinem Namen zuversprechen, daß,wenn es ihm frey stünde, sich zu retiriren,er mit allen seinen Trupen Spanien gänzlich verlassen wollte. Nero nahm diesen Vorschlag mit grossen Freuden an. Hierauf ver langte Hasdrubal eine Unterredung auf denfolgenden Tag, in welcher die Römer die Bedingungen, unter denen man ihnen dieSchlösser der Städte einräumen sollte, anzeigen und den Tag bestimmen könnten, an (*) ad lapides nigros.und was sich unter ihnen zugetragen. 469 welchem die Carthaginenser ihre Besatzungend. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.heraus ziehen und alles ihnen angehörige, ohne den Einwohnern einigen Schaden zu zufügen, mit sich nehmen sollten. Kaum hatte Nero seine Einwilligung zu dieser Zusammen kunft gegeben, als Hasdrubal den Seinigenbefahl, die schwersten Kriegsgeräthschafftender Armee gleich bey Untergang der Sonnen,so geschwind als nur möglich, aus den engenWegen herauszuziehen und damit die ganzeNacht fortzufahren. Man hütete sich wohl,nicht eine gar zu grosse Menge Leute in dieser Nacht aus dem Lager ausmarschiren zulassen, indem eine geringe Anzahl viel geschickter war, so wohl den Feind durch ein genaubeobachtetes Stillschweigen hinter das Lichtzu führen, als auch die Retirade, welche nothwendig auf engen und beschwerlichen Fußsteigen geschehen muste, zu erleichtern. Denfolgenden Tag stellten sich beyde bey der verabredeten Unterredung ein: Allein der Carthaginenser, der mit allem Fleiß vieles plauderte, und ein Hauffen unnützes Zeug niederschrieb, brachte den ganzen Tag hin, ohne daß etwas zu Stande kam. Man wurdealso genöthiget, die Sache auf den folgenden Tag auszusetzen. Auch an diesem wurdenichts ausgemacht. Es entstanden immer einige neue Schwierigkeiten, welche einen Aufschub erforderten. Indessen wurden alleNächte auf das vortheilhaffteste angewendet.Ein grosser Theil der Infanterie war schonin Sicherheit, als zu allem Glück gleich bey d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G. Anbruch des dritten Tages ein dicker Nebelden ganzen Paß und das ganze umher liegende Feld bedeckte. Der Carthaginenser batsich unter dem Vorwande eines Festes, anwelchem denen von seiner Nation nicht erlaubet wäre, sich in Geschäfften einzulassen,eine neue Frist aus, und erhielt sie. Hieraufmarschirte er vermittelst der Dunkelheit mitseiner ganzen Reuterey und allen Elephantenaus dem Lager, und gewann, ohne von denFeinden beunruhiget zu werden, einen Posten, wo er von ihrer Seite weiter nichts zubefürchten hatte. Gegen zehn Uhr verzog sichder Nebel, worauf die Römer so wohl dieSonne, als den Betrug der Carthaginenser gewahr wurden. Nero, voller Scham, daßer sich solchergestallt hatte hinter das Lichtführen lassen, machte so gleich Anstallt, sie zu verfolgen. Allein Hasdrubal fand nicht vorgut eine Schlacht zu wagen, sondern ließ esbey einigen leichten Scharmützeln, die keineFolgen hatten, bewenden. Der RömischeGeneral hätte die Carthaginenser besser kennen und wissen sollen, was man unter derPunischen Treu verstünde.


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Hasdrubal, der Sohn des Hamilcars,stund bey den (*) schwarzen Steinen in Ausetania, zwischen Jlliturgis und Mentissa, zwoStädten des heutigen Andalusiens, gelagert. Nero bemächtigte sich des Zuganges zu ei nem engen Passe in dieser Gegend. Hasdrubal, welcher von der feindlichen Armeeeingeschlossen zu werden befürchtete, schicktedeswegen einen Trompeter an ihn, und ließihm in seinem Namen zuversprechen, daß,wenn es ihm frey stünde, sich zu retiriren,er mit allen seinen Trupen Spanien gänzlich verlassen wollte. Nero nahm diesen Vorschlag mit grossen Freuden an. Hierauf ver langte Hasdrubal eine Unterredung auf denfolgenden Tag, in welcher die Römer die Bedingungen, unter denen man ihnen dieSchlösser der Städte einräumen sollte, anzeigen und den Tag bestimmen könnten, an (*) ad lapides nigros.und was sich unter ihnen zugetragen. 469 welchem die Carthaginenser ihre Besatzungend. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.heraus ziehen und alles ihnen angehörige, ohne den Einwohnern einigen Schaden zu zufügen, mit sich nehmen sollten. Kaum hatte Nero seine Einwilligung zu dieser Zusammen kunft gegeben, als Hasdrubal den Seinigenbefahl, die schwersten Kriegsgeräthschafftender Armee gleich bey Untergang der Sonnen,so geschwind als nur möglich, aus den engenWegen herauszuziehen und damit die ganzeNacht fortzufahren. Man hütete sich wohl,nicht eine gar zu grosse Menge Leute in dieser Nacht aus dem Lager ausmarschiren zulassen, indem eine geringe Anzahl viel geschickter war, so wohl den Feind durch ein genaubeobachtetes Stillschweigen hinter das Lichtzu führen, als auch die Retirade, welche nothwendig auf engen und beschwerlichen Fußsteigen geschehen muste, zu erleichtern. Denfolgenden Tag stellten sich beyde bey der verabredeten Unterredung ein: Allein der Carthaginenser, der mit allem Fleiß vieles plauderte, und ein Hauffen unnützes Zeug niederschrieb, brachte den ganzen Tag hin, ohne daß etwas zu Stande kam. Man wurdealso genöthiget, die Sache auf den folgenden Tag auszusetzen. Auch an diesem wurdenichts ausgemacht. Es entstanden immer einige neue Schwierigkeiten, welche einen Aufschub erforderten. Indessen wurden alleNächte auf das vortheilhaffteste angewendet.Ein grosser Theil der Infanterie war schonin Sicherheit, als zu allem Glück gleich bey d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G. Anbruch des dritten Tages ein dicker Nebelden ganzen Paß und das ganze umher liegende Feld bedeckte. Der Carthaginenser batsich unter dem Vorwande eines Festes, anwelchem denen von seiner Nation nicht erlaubet wäre, sich in Geschäfften einzulassen,eine neue Frist aus, und erhielt sie. Hieraufmarschirte er vermittelst der Dunkelheit mitseiner ganzen Reuterey und allen Elephantenaus dem Lager, und gewann, ohne von denFeinden beunruhiget zu werden, einen Posten, wo er von ihrer Seite weiter nichts zubefürchten hatte. Gegen zehn Uhr verzog sichder Nebel, worauf die Römer so wohl dieSonne, als den Betrug der Carthaginenser gewahr wurden. Nero, voller Scham, daßer sich solchergestallt hatte hinter das Lichtführen lassen, machte so gleich Anstallt, sie zu verfolgen. Allein Hasdrubal fand nicht vorgut eine Schlacht zu wagen, sondern ließ esbey einigen leichten Scharmützeln, die keineFolgen hatten, bewenden. Der RömischeGeneral hätte die Carthaginenser besser kennen und wissen sollen, was man unter derPunischen Treu verstünde.


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Hasdrubal, der Sohn des Hamilcars,stund bey den (*) schwarzen Steinen in Ausetania, zwischen Jlliturgis und Mentissa, zwoStädten des heutigen Andalusiens, gelagert. Nero bemächtigte sich des Zuganges zu ei nem engen Passe in dieser Gegend. Hasdrubal, welcher von der feindlichen Armeeeingeschlossen zu werden befürchtete, schicktedeswegen einen Trompeter an ihn, und ließihm in seinem Namen zuversprechen, daß,wenn es ihm frey stünde, sich zu retiriren,er mit allen seinen Trupen Spanien gänzlich verlassen wollte. Nero nahm diesen Vorschlag mit grossen Freuden an. Hierauf ver langte Hasdrubal eine Unterredung auf denfolgenden Tag, in welcher die Römer die Bedingungen, unter denen man ihnen dieSchlösser der Städte einräumen sollte, anzeigen und den Tag bestimmen könnten, an (*) ad lapides nigros.und was sich unter ihnen zugetragen. 469 welchem die Carthaginenser ihre Besatzungend. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.heraus ziehen und alles ihnen angehörige, ohne den Einwohnern einigen Schaden zu zufügen, mit sich nehmen sollten. Kaum hatte Nero seine Einwilligung zu dieser Zusammen kunft gegeben, als Hasdrubal den Seinigenbefahl, die schwersten Kriegsgeräthschafftender Armee gleich bey Untergang der Sonnen,so geschwind als nur möglich, aus den engenWegen herauszuziehen und damit die ganzeNacht fortzufahren. Man hütete sich wohl,nicht eine gar zu grosse Menge Leute in dieser Nacht aus dem Lager ausmarschiren zulassen, indem eine geringe Anzahl viel geschickter war, so wohl den Feind durch ein genaubeobachtetes Stillschweigen hinter das Lichtzu führen, als auch die Retirade, welche nothwendig auf engen und beschwerlichen Fußsteigen geschehen muste, zu erleichtern. Denfolgenden Tag stellten sich beyde bey der verabredeten Unterredung ein: Allein der Carthaginenser, der mit allem Fleiß vieles plauderte, und ein Hauffen unnützes Zeug niederschrieb, brachte den ganzen Tag hin, ohne daß etwas zu Stande kam. Man wurdealso genöthiget, die Sache auf den folgenden Tag auszusetzen. Auch an diesem wurdenichts ausgemacht. Es entstanden immer einige neue Schwierigkeiten, welche einen Aufschub erforderten. Indessen wurden alleNächte auf das vortheilhaffteste angewendet.Ein grosser Theil der Infanterie war schonin Sicherheit, als zu allem Glück gleich bey d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G. Anbruch des dritten Tages ein dicker Nebelden ganzen Paß und das ganze umher liegende Feld bedeckte. Der Carthaginenser batsich unter dem Vorwande eines Festes, anwelchem denen von seiner Nation nicht erlaubet wäre, sich in Geschäfften einzulassen,eine neue Frist aus, und erhielt sie. Hieraufmarschirte er vermittelst der Dunkelheit mitseiner ganzen Reuterey und allen Elephantenaus dem Lager, und gewann, ohne von denFeinden beunruhiget zu werden, einen Posten, wo er von ihrer Seite weiter nichts zubefürchten hatte. Gegen zehn Uhr verzog sichder Nebel, worauf die Römer so wohl dieSonne, als den Betrug der Carthaginenser gewahr wurden. Nero, voller Scham, daßer sich solchergestallt hatte hinter das Lichtführen lassen, machte so gleich Anstallt, sie zu verfolgen. Allein Hasdrubal fand nicht vorgut eine Schlacht zu wagen, sondern ließ esbey einigen leichten Scharmützeln, die keineFolgen hatten, bewenden. Der RömischeGeneral hätte die Carthaginenser besser kennen und wissen sollen, was man unter derPunischen Treu verstünde.


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Hierauf faßte man zu Rom den Entschluß, zu der Wahl eines neuen Generals,der sich an die Spitze derer Spanischen Armeen stellen sollte, zu schreiten. Ob etwan die erste That des Nero in Spanien schlechteHoffnung von seinem Commando mochte gegeben haben, oder ob er, wie es wahrscheinlicher ist, nur auf so lange Zeit dahin geschickt und was sich unter ihnen zugetragen. 471 worden, bis die Wahl auf einen andern fied. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.le, den man eine geraume Zeit in dieser Provinz lassen könnte, ist ungewiß. So viel istsicher, daß die Wahl sehr schwer fiel. Dennman sahe wohl, daß man nicht sorgfältigund aufmerksam genug seyn könnte bey derWahl eines Generals, der zween grossenMännern, die mit ihren Armeen in einer Zeitvon drey Tagen umgekommen waren, nachfolgen sollte. Der Rath stellte über dieseWahl Berathschlagungen an, überließ aberendlich, da er zu keiner Entschliessung kommen konnte, die Sache dem Volke. DieVersammlung desselben wegen solcher Erwählung eines Proconsuls, der in Spaniendas Commando führen sollte, wurde von denConsuls angesagt. Man glaubte, es würden sich in der Zwischenzeit diejenigen melden,welche sich zu einem so wichtigen Amte tüchtig hielten. Man betrog sich in dieser Meinung. Niemand gab sich an: Und dieses erneuerte allen den Schmerz wegen des traurigen Zufalls, welcher der Republik zweenGenerals, die so schwerlich wieder zu ersetzenwaren, entrissen hatte. Aber ohnerachtetdieser Betrübnis fanden sich die Bürger dochan dem bestimmten Tage der Versammlungauf dem öffentlichen Platze ein. Sie richtetenihre Augen allein auf die obrigkeitlichen Personen und die Vornehmsten der Stadt, undda sie gewahr wurden, daß sie ohne das geringste zu sprechen, einander nur betrübt ansahen, geriethen sie wegen des so mißlichen 472 Cn. F. Centumalus, u. P. S. Galba, Cons.d. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G. Zustandes der Republik, von neuen in dieausserste Bekümmerniß, zumahl da niemandso viel Herz hatte, der das Commando derArmeen in Spanien über sich zu nehmen sichgetrauete. Da man sich eben mit diesen Gedanken beschäfftigte, trat P. Scipio, ein Sohn desjenigen gleiches Namens, der inSpanien geblieben, und erst vier und zwanzig Jahr alt war, auf einen erhöheten Ort,wo ihn jederman sehen konnte, und erklärtesich, daß er bereit sey, dieses Amt über sichzu nehmen, wenn man es ihm anvertrauenwollte. So bald man die Augen auf ihngeworffen hatte, erhob sich auf allen Seitenein Freudengeschrey, welches eine Anzeigungvon einem glücklichen und herrlichen Commando war. Man schritt alsobald zu Einsammlung der Stimmen, und nicht allein alleCenturien, sondern auch alle Personen, woraus selbige bestunden, von der ersten bis zurletzten, verordneten, daß P. Scipio nachSpanien um daselbst zu commandiren abgehen sollte.


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So bald als Scipio zum Proconsul ernennet war, machte er zu seiner Abreise Anstallt. Es wurden aber zu den alten Trupen, die von den beyden zu Grunde gerichteten übrig geblieben, und zu denen, die mit dem Nero von Pozzoli nach Spanien gegangen waren, noch zehntausend Mann zu Fuß, und tausend zu Pferde hinzugefüget. M.Julius Silanus wurde zugleich als Pro prätor mit abgeschickt, um dem Scipio beydem Commando zur Hand zu seyn. Nachdem alles fertig war, gieng dieser Generalmit einer Flotte von dreyßig Galeeren zu fünfRuderbänken unter Seegel. Bey seiner Ankunft zu Tarraco hielt er eine Art von Versammlung aller Abgeordneten der SpanischenVölker, die mit den Römern im Bündnißstunden, und sich auf das Gerücht von seinerAnkunft in diese Stadt begeben hatten. Ergab ihnen Audienz, und (*) redete zu allenmit einer solchen Freymüthigkeit und solchenGrosmuth, welche nur wahrhafftig grosseEigenschafften zum Grunde haben; und beyallen solchen Reden entfuhr ihm auch nichtein einziges Wort, welches ihn in den Verdacht eines hochmüthigen oder eiteln Menschens hätte setzen können. Er redete mit allem nur möglichen Nachdruck, behielt aber (*) Ita elato ab ingenti virtutum suarum fiduciaanimo, vt nullum ferox verbum excideret; ingensque omnibus, quae diceret, cum maiestasinesset, tum fides. Liu.und was sich unter ihnen zugetragen. 477 dabey ein Mine der Redlichkeit, welche ihmd. 541. J. n. R. E. d. 211. J. v. C. G.das Zutrauen aller erwarb.


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Nachdem er von Tarraco abgereiset war,besuchte er alle Städte der Alliirten, und alle Winterqvartiere der Armee. Er ertheiltedenen Soldaten grosse Lobsprüche, welche,nach zwoen so blutigen, und gleich hintereinander erlittenen Niederlagen, dennoch durchihre Tapferkeit dem Römischen Volke dieProvinz erhalten, welche dem Feinde nichtZeit gelassen, sich ihre Siege zu Nutze zu machen, sondern sie genöthiget, wieder über denEbro zurückzugehen, und welche endlich durcheine so getreue und so grosmüthige Art zu verfahren die Bundsgenossen der Republick be schützet hätten. Er hatte allezeit den Marcius bey sich. Die Hochachtung, welche ervor diesen Officier hatte, und die Lobsprüche,die er seiner Tapferkeit beylegte, gaben gnugsam zuerkennen, daß er von einer niederträchtigen Eifersucht und Misgunst frey war, undsich am wenigsten davor fürchtete, es möchteetwan jemand seinen Ruhm entweder verdun keln, oder mit ihm theilen. Silanus erhielt die Stelle des Nero, und die neuen Soldaten wurden in die Winterqvartiere verlegt. Nachdem Scipio vor alles Sorge getragen,und mit einer eben so grossen Sorgfalt alsKlugheit alle nöthige Vorsicht gebrauchthatte, gieng er wieder zurück nach Tarraco.


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Marcellus avoit placé sur les deux ailes

(a) Cum eo nimirum, inquit, hoste res est, qui nec bonam nec malam ferre fortunam potest. seu vicit, ferociter instat victis: seu victus est, instaurat cum victoribus certamen. Liv.

Q. Fabius, Q. Fulvius, Cons.An. R. 543.Av. J. C.309.de la prémiére ligne les troupes qui avoient mal fait leur devoir le jour précédent: elles étoient commandées par L. Cornelius Lentulus & C. Claudius Néron. Pour lui, il s'étoit réservé le corps de bataille, afin d'être témoin de tout ce qui se passeroit, & en état d'animer ses troupes. Annibal avoit mis à la prémiére ligne les Espagnols, qui étoient l'élite de son Armée, & en faisoient la principale force. Mais voyant que le combat demeuroit trop longtems douteux, il fit conduire les éléphans vers le front de la bataille, espérant qu'ils pourroient causer quelque desordre parmi les ennemis. En effet, ils mirent de la confusion parmi les enseignes, & dans les prémiers rangs; & aiant écrasé ou mis en fuite tous ceux qui se trouvérent d'abord à leur rencontre, la déroute auroit été plus grande, si C. Decimus Flavius, Tribun Légionaire, aiant saisi l'étendart de la prémiére Compagnie des Hastaires, n'eût ordonné aux soldats de cette Compagnie de le suivre. Il les mena dans l'endroit où ces bêtes énormes ramassées en un pelotton causoient le plus de ravage, & leur commanda de lancer contre elles leurs javelots. Il n'y en eut pas un qui ne portât, étant jetté de si près contre de grosses masses d'animaux pressés les uns contre les autres. Ils ne furent cependant pas tous blessés: mais ceux qui sentirent la pointe de ces traits enfoncés dans leurs corps prenant la fuite, & dans cet état n'étant pas moins redoutables Q. Fabius, Q. Fulvius, Cons. à leurs gens qu'aux ennemis, entraînérentAn. R. 543.Av. J. C.209. aussi ceux qui étoient sans blessures. Alors tous les soldats Romains qui se trouvérent à portée, coururent, à l'exemple des prémiers, après cette troupe fugitive, & accablérent de traits tous les éléphans qu'ils purent joindre. Ces animaux se jettérent donc sur les Carthaginois avec beaucoup de furie, & firent parmi eux plus de ravage qu'ils n'en avoient fait parmi les Romains: d'autant que la peur a bien plus de pouvoir sur eux, & les emporte avec bien plus de violence, que ne fait la voix ou la main de ceux qui les gouvernent.


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Marcellus accusé par ses ennemis, se justifie avec succès. Les nouveaux Consuls entrent en charge. Jeux Apollinaires rendus annuels. Les habitans d'Arrétium sont obligés de donner des ôtages. On traite l'affaire des Taren- tins dans le sénat. Affaire de Livius. Un détachement de Romains donne dans une embuscade d'Annibal. Nouvelle em- buscade d'Annibal: Marcellus y est tué. Contraste de Fabius & de Marcellus. Annibal est pris lui-même dans ses piéges à salapie. Il fait lever le siége de Locres. Le Consul Crispinus écrit au sénat pour lui apprendre la mort de Marcellus, & en reçoit différens ordres. La Flotte Romaine bat celle des Carthaginois près de Clupée. Affaires des Grecs. Mort de Crispinus Consul. Claud. Néron & M. Livius désignés Consuls. Ils se réconcilient. Département des deux Consuls. Dénombrement. Lieu des Assemblées couvert. Les Consuls font les levées avec une nouvelle ri- gueur. Asdrubal passe les Alpes. Il assiége Plaisance. Réponse dure de Li- vius à Fabius peu vraisemblable. Corps d'Armée de Néron. Il remporte une vic-

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Marcellus accusé par ses ennemis, se justifie avec succès. Les nouveaux Consuls entrent en charge. Jeux Apollinaires rendus annuels. Les habitans d'Arrétium sont obligés de donner des ôtages. On traite l'affaire des Taren- tins dans le sénat. Affaire de Livius. Un détachement de Romains donne dans une embuscade d'Annibal. Nouvelle em- buscade d'Annibal: Marcellus y est tué. Contraste de Fabius & de Marcellus. Annibal est pris lui-même dans ses piéges à salapie. Il fait lever le siége de Locres. Le Consul Crispinus écrit au sénat pour lui apprendre la mort de Marcellus, & en reçoit différens ordres. La Flotte Romaine bat celle des Carthaginois près de Clupée. Affaires des Grecs. Mort de Crispinus Consul. Claud. Néron & M. Livius désignés Consuls. Ils se réconcilient. Département des deux Consuls. Dénombrement. Lieu des Assemblées couvert. Les Consuls font les levées avec une nouvelle ri- gueur. Asdrubal passe les Alpes. Il assiége Plaisance. Réponse dure de Li- vius à Fabius peu vraisemblable. Corps d'Armée de Néron. Il remporte une vic-